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Mein lieber Herr Geschlechtsverkehr! Auf dem flüchtigen Blick könnte man meinen, wir seien ein Spitzenteam, auf dem Weg, den dritten Aufstieg in Folge zu schaffen. 6:0 Punkte nach drei Spielen, das klingt nicht schlecht. Ein Fußballtrainer, sagen wir Bruno Labbadia, würde sagen, das ist eine Momentaufnahme, um drei Wochen später entlassen zu werden. Wie kamen wir zu den Punkten 5 und 6? Klar, durch eine starke Leistung. Was sonst? Nun gut, vielleicht half noch, dass bei Berrenrath die Nummer 2 und 4 fehlten und der Ersatz, nun, Ersatz war. Nicht jeder hat eine Bank wie Bayern München. Es half auch, dass Berrenrath sowieso nicht zu den Spitzenteams gehört. Die Kombi Ersatz und Mittelmaß, keine Beleidigung, denn mit dem Titel wären wir vor der Saison mehr als zufrieden gewesen, führten zum deutlichen Sieg. Nur unser Doppel 3 musste sich geschlagen geben, unnötigerweise, schließlich führten sie 2:0 nach Sätzen und hatten auch einen Matchball. Und Oli, nicht ganz fit, fand nicht ins Spiel und blieb ohne Chance. Die anderen Akteure wandelten an ihrem Leistungsvermögen – und das reichte. Blauäugig sind wir nicht, so geht es nicht weiter. Bis jetzt hatten wir ausschließlich Mannschaften aus dem unteren bis untersten Drittel, gibt es nicht, weiß ich, macht aber deutlich, dass die Teams eher Abstiegs- als Aufstiegskandidaten sind. Es kommen nun Hürden, die ein wenig zu hoch sein dürften. Aber die sechs Punkten gegen den Abstieg kann uns keiner mehr nehmen.

Hölle mit Happy End. Diabolisch waren schon die Temperaturen. Andere bezahlen viel Geld, um in der Claudius Therme zu schwitzen, wir kamen kostenlos in die Halle und dürften bei ähnlichen Bedingungen sogar Tischtennis spielen. Oder so etwas in der Art betreiben. Denn höllisch gut waren wir nicht. Es ist ja nicht so, dass die Mannschaft in der Saison alles wegfegen würde, aber laut TTR-Werten sind die Badorfer einer der wenigen Mannschaften, gegen die ein Sieg, na ja, Pflicht ist – sofern man nicht absteigen will. Das wollen wir nicht. Aber so spielten wir teilweise. Zum Beispiel in den Doppeln. 1:2, das war viel zu wenig. Dass Oli dann noch überraschend, aber verdient sein Einzel verlor, stand so auch nicht auf dem Matchplan. 1:3 – und schon standen wir unter Druck.

In der Folge ging es halbwegs den erwarteten Verlauf, auch wenn hier schon spielerische Schwächen zutage traten. Jens gewann, Werner ebenso, Enes zahlte der Jugend Tribut und Christian und Benjamin wurden ihrer Favoritenrolle gerecht, wenn auch nicht ihren Ansprüchen. 5:4 für uns, eigentlich sollte es jetzt schnell gehen. Der Teufel ist ein Eichhörnchen und knabberte an der Leistung von Oli und Jens. Beide verloren, ohne wirklich ihr bestes Tischtennis abzurufen. Eigentlich auch nicht ihr Zweitbestes. Als Werner wiederum gewann und Enes wieder zu unerfahren war, wurde es langsam sehr eng mit dem Pflichtsieg. Wir durften uns keinen Punktverlust mehr leisten.

Erstaunlicherweise taten wir das auch nicht. Nicht so sehr, weil wir jeweils die klaren Favoriten waren, sondern weil Benjamin schon 0:2 nach Sätzen zurücklag und so gar keinen Angriffsball traf. Was tun? Das einzige Richtige in der Situation (Kinder, bitte nicht in anderen Spielen nachmachen): Er spielte fortan Ballonabwehr – was seinen Gegner zur Verzweiflung trieb. Christian lag 1:2 zurück; immer nach dem Motto: hop oder top. Zum Schluss, zum Glück: top. Nun war das Unentschieden wenigstens gerettet. Und im Abschlussdoppel standen zwei Spieler, die durch so manches Abschlussdoppelfeuer erfolgreich gewatet sind: Werner und Jens. Also alles im Lot. Nicht ganz, denn im 1. Satz fehlte das Können und dann kam noch im 2. Satz das Pech hinzu (Wer den 4. Satz des ¼-Finales von Ovtcharov gegen Samsonow gesehen hat, kennt ungefähr den Satzverlauf). Doch um John Milton aus ‚Das verlorene Paradies‘ zu zitieren: „Besser ist’s, der Hölle Herr zu sein als des Himmels Sklave.“ So mobilisierten wir unsere letzten Kräfte, stellten intelligent unser Spiel um und sicherten das Happy End. Wohl, Happy End, Club und Sauna, da kommen falsche Assoziationen auf. Nun gut, wir siegten. Fairerweise muss man sagen, ein Unentschieden wäre gerechter gewesen.

 

Die Saison steuert dem Finale zu, Zeit ein wenig Resümee zu ziehen. Um es kurz zu machen: Es läuft. Oder etwas länger: Es läuft ausgezeichnet. Oder in Zahlen: 2 – 2 – 1 – 2 – 2 – 3. Das sind nämlich die Tabellenstände nach dem 18. Spieltag. Was heißt? Theoretisch können noch alle Mannschaften aufsteigen. Damit hatten selbst die allergrößten Optimisten nicht gerechnet. Für viele Spieler könnte es bedeuten, dass die Saison in den Mai verlängert wird. Dann stehen die Relegationsspiele um den Aufstieg an. Es bleibt also spannend.

Wagen wir eine Prognose. Die 1. Mannschaft wird am Ende zwischen Platz 1 bis 3 landen. Am letzten Spieltag könnte es zum großen Showdown kommen; dann geht es gegen Brand, die im Augenblick auf Platz 3 rangieren. Allerdings: Brand spielt am Spieltag davor gegen die Tabellenführer aus Kreuzau. Sollte Kreuzau gewinnen, scheint der 2. Platz für uns manifestiert, sollten sie verlieren, ist alles drin – auch der direkte Aufstieg.

Ähnlich vertrackt ist die Situation für die 2. Mannschaft. Noch vier Mannschaften kämpfen um zwei feste Aufstiegsplätze. Der Spitzenreiter Vernich (ein Punkt Vorsprung) spielt noch gegen uns und den 4. aus Lechenich. Der dritte Witterschlick (ebenfalls ein Verlustpunkt weniger, aber ein Spiel offen) hat ebenfalls noch Lechenich vor der Brust. Sollten keine weiteren Verletzungen auftreten, geht es auf jeden Fall in die Relegation – wahrscheinlich ist dann sogar der direkte Aufstieg. Aber selten waren alle fit.

Am komfortabelsten ist die Situation für die 3. Mannschaft. Klar, Aufstieg war und ist Pflicht. Da sie nur einen Punkt Vorsprung hat, dürfen die Jungs sich keinen Ausrutscher erlauben. Dennoch: Alles andere als ein direkter Aufstieg wäre eine Enttäuschung.

Die vielleicht größte Überraschungsmannschaft ist die 4. Mannschaft. Es wurde ein sicherer Mittelfeldplatz angestrebt. Nun stehen wir auf dem Relegationsplatz. Denn die Mannschaft lebt von ihrer Ausgeglichenheit. Die Spieler von 1 bis 7 differieren in ihrem TTR-Wert so um die 60 bis 70 Punkte. So werden fast alle Spiele knapp gewonnen, wobei das untere und mittlere Paarkreuz meist den Ausschlag geben. Ein Aufstieg ist trotzdem eher unwahrscheinlich. Der Tabellendritte hat zur Rückrunde kräftig aufgerüstet, ein direkter Vergleich steht noch aus. Sollte der 2. Platz dennoch verteidigt werden, dürfte die Mannschaft als Außenseiter in der Relegation gehen. Aber egal: Es kütt, genau, wie es kütt. Und, richtig, es hätt …

Die 5. Mannschaft sah nach der Hinrunde wie ein sicherer Aufsteiger aus. Zudem rückte noch Werner nach unten. Doch plötzlich läuft es nicht mehr so. Der direkte Aufstieg ist in Gefahr. Die Mannschaft hat nur noch zwei Punkte Vorsprung und spielt noch gegen den Tabellenführer. Der vorletzte Spieltag bringt nun die Entscheidung. Ausgang völlig offen.

Überraschend ist auch das Abschneiden der 6. Mannschaft, die auf einem hervorragenden 3. Platz rangiert. Da sie zwei Punkte Rückstand und das schlechtere Spielverhältnis zum Tabellenzweiten hat, ist ein Aufstieg eher unwahrscheinlich. Ein Erfolg ist die Saison für die Mannschaft allemal.

 

Sportlich hoch motiviert stellte sich eine Wochen zuvor, strategisch auserwählte Kombination von uns gegen den bisherigen Tabellenzweiten TuRa Oberdrees. Schon bei der Begrüßung war definitiv klar: „Da geht was!“ Lobend zu erwähnen ist Werners Leistung, der an insgesamt 2 von ganzen 3 gewonnen Sätzen beteiligt war. Es war eine überraschend knappe Partie, die nach etwa eineinhalb Stunden ihr jähes Ende fand. 197 hart umkämpfte Bälle – und das klingt schon wieder richtig gut!

Was für ein Spiel! So ein unverhoffter Sieg gegen den Tabellenführer schmeckt vorzüglich, auch wenn er die Endabrechnung nicht wesentlich beeinflusst. Hürth steigt verdient auf und wir werden Vierter. Nun gut, aber es geht ja auch um den Augenblick, um den Moment des Spiels – und das Momentum. Das lag eindeutig bei uns, denn wenn wir von der Hätte-Hätte-Fahrradkette versohlt worden wären, hätte das Spiel auch ganz schnell gegen uns laufen können. Denn zu Spielbeginn war der Netzgott auf unserer Seite, insbesondere auf der Seite von Johnny und Rocky. Auf Johnnys Seite während des Doppels. Gefühlt spielte er im 5. Satz keinen Ball ohne Netzberührung – und auch damit reichte es nur zu einem Sieg in der Verlängerung. Rocky unterstützte diese launische Gottheit am Ende des Entscheidungssatzes. Zwei der drei Verlängerungspunkte fielen mit Hilfe des Netzes. Sonst hätte es 0:5 gestanden, da Herbert und Christoph chancenlos waren, Rocky und Jens äußerst knapp ihr Doppel verloren und Christoph im Einzel den Kollegen Schimmelpfennig nur die ersten beiden Sätze überraschen konnte, dann hatte sich der Hürther auf das Spiel eingestellt. So lag es aber 2:3 und es kam die Zeit der grandiosen Mitte. Zuerst brillierte Johnny, wobei er auch Nervenstärke bewies, als er im 4. Satz eine 7:0-Führung erst verspielte, plötzlich stand es 7:9, und dann den Satz trotzdem noch gewann. Dann brachte Herbert Maaßen zur Verzweiflung; dieser verlor sein erstes Spiel in der Rückrunde. Jens hatte auch einen seiner besseren Tage, und da gibt es nicht viele, die ihn in der 1. Kreisklasse unten schlagen können. Nolte zumindest nicht. Und auch Sebastian bewies, wie wichtig das Momentum ist. Im Hinspiel verlor er noch gegen den Spieler Antic, nun gewann er knapp, aber verdient. Wir führten plötzlich komfortabel mit 6:3. Die Überraschung lag zum Greifen nah und wir ergriffen sie. Zwar konnte sich Rocky nur vier Sätze gegen Schimmelpfennig wehren, im 5. klappte auf der einen Seite alles, auf der anderen nichts. Aber Christoph drehte ein schon verloren geglaubtes Spiel gegen Schwarz. Mit großem Kampfgeist egalisierte er einen 2:0-Satzrückstand und ließ sich auch den 5. Satz nicht nehmen. Ganz großes Kino bot dann Johnny, der Maaßen nicht einen Hauch von einer Chance ließ. Wie gesagt, der Hürther hatte in den ersten 6. Spielen der Rückrunde noch kein Spiel verloren. Und Herbert brachte Zimmermann wieder der Verzweiflung nahe. Der junge Hürther spielte zwischenzeitlich in seiner Resignation Ballonabwehr. Die Überraschung war perfekt. An einem Tag, an dem alles klappte und wirklich jeder sein bestes Tischtennis spielte.

Das war mal nix. Nun, so hart muss ich vielleicht doch nicht mit uns ins Gericht gehen, denn so schlecht, wie sich das Ergebnis auf dem ersten Blick offenbart, waren wir eigentlich nicht. Es fehlte nur ein Quäntchen, ein Quäntchen Glück, ein Quäntchen Können. Zum Beispiel in den Doppeln. Rocky und Jens waren in den ersten beiden verlorenen Sätzen absolut gleichwertig, nur die Verteilung der Kantenbälle und Netzroller war nicht gleichwertig. Auch bei Johnny und Sebastian sah man keinen Leistungsunterschied und so entschied halt der eine bessere Ball. Im vierten Satz fehlte auch die Konsequenz, als sie eine 7:3-Führung trotz guter Chancen nicht nach Hause brachten. Und so stand es 0:3 und das Spiel war fast schon entschieden. Zumal auch erhoffte Punkte nicht kamen wie das Spiel „Rocky gegen Greifenberg“. Dass Christoph gegen Jörn Schneider es schwer haben würde, überraschte dagegen keinen. Erfreulich war der Auftritt von Johnny. Im Hinspiel bekam er noch eine Klatsche gegen Vinherm und nach dem ersten Satz deutete nichts darauf hin, dass es diesmal anders aussieht. Doch dann stellte er sein Spiel um und spielte taktisch klug; der Ehrenpunkt war da. Es roch ganz kurz nach Wende. Herbert führte 2-0 nach Sätzen und Jens gewann gleichzeitig an der anderen Platte. Doch Herberts Gegner kam besser und besser ins Spiel und schaffte noch einen knappen 5-Satz-Sieg. Ähnlich verlief es bei Sebastian; er führte fast den ganzen 5. Satz, bis ihm kurz vor Schluss die geistige Frische fehlte; so schien es von außen. Nach diesen beiden 5-Satz-Niederlagen waren Pommes samt Ketchup gegessen. Rocky schaffte auch im zweiten Spiel nicht sein ganzes Potenzial abzurufen und Christoph hielt zwar gut mit, führte 2:1 nach Sätzen, doch am Ende setzte sich Klasse seines Gegner durch. Schade, denn Johnny hatte am Nebentisch schon sein zweites Spiel gewonnen. Ergo: Verdient verloren, aber deutlich zu hoch.

Was so eine kleine Umstellung ausmachen kann. Emrah nach oben, Christoph in die Mitte – und plötzlich fluppt es. Denn Christoph hat das Gewinnen wieder erlernt und Emrah das Verlieren nie kennengelernt. Ach so, fangen wir von vorne an. Wer die Klasse halten will, sollte Türnich-Brüggen hinter sich lassen. Die Kerpener rangieren auf dem vorletzten Platz und gelten als Abstiegsaspiranten. Das wussten wir auch vor einigen Wochen beim Hinspiel, nur da hagelte es eine nicht eingeplante Niederlage. Nach dem letztwöchigen Sieg galt erneut: Heute gewinnen und mit glänzenden Augen in einen sonnigen Abendhimmel schauen. Sprich: Die gröbsten Abstiegsängste wären verflogen. Und diese waren recht schnell verflogen. Denn die Mannschaft war spielerisch nur entfernt verwandt, mit der Truppe vom Hinspiel. Emrah und Werner sowie Christoph und Jörg, die nun Doppel 3 spielen können, überzeugten. Und die Einzel erst recht. Dirk revanchierte sich für die Hinrundenniederlage, Emrah spielte klug und ruhig, Christoph flott, Jörg, wenn es drauf ankam, sehr gut und Werner vom ersten Schlag souverän. Nur Benjamin schwächelte wie im Hinspiel. Kurzum: Es stand 7:2. Mehr als die halbe Miete. Doch das Eintreiben der ganzen Pacht gestaltete sich schwieriger als gedacht. Dirk verlor nach gutem Spiel und plötzlich lagen sowohl Emrah (1:2) und Christoph (0:2) zurück. Sollte das die negative Wende werden? Gemach. Emrah zitterte ein wenig den Sieg nach Hause und Christoph fand gerade noch rechtzeitig den Schlüssel zum Erfolg. Somit sollte die Klasse gehalten sein. Aber: Herr Schlendrian darf nicht das Kommando übernehmen. Ein paar Pünktchen müssen noch her.

Das Spiel gegen Ahe war, ohne den tapferen Bergheimer zu Nahe treten zu wollen, schon vor Anschlag entschieden. Der Gast trat mit drei Spielern Ersatz an, die sonst im unteren Paarkreuz der 3. Kreisklasse spielen. Da konnte nichts schief gehen, das wussten wir, das wusste Ahe. Deswegen fasse ich das Spiel mit einigen berühmten Sportzitaten zusammen, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.

  1. Zum Spieltempo zitiere ich den legendären Sportreporter Werner Hansch: „Nein, liebe Zuschauer, das ist keine Zeitlupe, das ist wirklich so langsam.“
  2. Zum Spielverlauf variiere ich eine Aussage des Meistertrainers Otto Rehagel: „Mal gewinnt man und mal verlieren die Anderen.“
  3. Zum Abend erinnere ich an Francesco Totti, der ungefähr meinte: „Mit Tischtennis ist es wie mit schönen Frauen. Man freut sich auf ein schönes Wochenende und wird maßlos enttäuscht.“

 

Oh Mann! Hätte uns vor dem Spiel jemand gesagt, „Ihr Flachzangen gebt heute einen Punkt gegen Pulheim ab“, hätten wir geantwortet: „Selber Flachzange. Nie und nimmer. Eher wird die Erde wieder eine Scheibe.“ Denn zu stark war das 9:0 der Vorrunde in Erinnerung. So kann man sich täuschen. Wie kam es dazu?

Fangen wir mit den Fakten an: Pulheim spielte mit einer runderneuerten Aufstellung. Vom Vorrundenteam war nur noch das untere Paarkreuz anwesend, wobei die jetzige 6 in der Hinrunde noch oben gespielt hatte. Das hieß: Einerseits wurde die Mannschaft umgewürfelt, andererseits kam ein neues oberes Paarkreuz hinzu, dass aber keine Furcht einflößende TTR-Werte aufwies. Zudem spielten wir mit Ersatz; Werner Trumpa musste ran.

Dennoch: Nach dem Gesetz des TTRs und dem Gesetz der Erfahrung sollte es trotzdem klar reichen. Tat es nicht. Kommen wir also zu den Unwägbarkeiten eines Tischtennisspiels. Die Doppel: Da unsere Mannschaft mit Rocky und Neuzugang Christoph Repplinger ebenfalls umgestellt wurde, mussten wir neu würfeln und das misslang gehörig. Rocky und Johnny harmonierten ebenso wenig wie Christoph und Jens. Das war gar nix. Umso erstaunlicher, dass der einzige Punkt von Herbert und Werner kam. Und damit ist klar, dass Werner überhaupt keine Schuld am Punktverlust trifft; er hatte sein Soll mehr als erfüllt.

Wir lagen 1:2 zurück, wo mindestens ein 2:1, wenn nicht gar 3:0 stehen musste. Alsbald 1:3, denn Christoph verlor nach gewonnenen Satz Faden und Anspannung. Doch dann schien alles seinen erwarteten Gang zu gehen. Rocky hatte nur partiell Mühe, ebenso Herbert und Johnny. Jens mühte sich da schon mehr und zitterte einen 5-Satz-Sieg nach Hause. Werner sah, dass ein 2-Klassen-Unterschied halt einen Unterschied macht. Wir führten 5:4 und hofften auf einen 9:4-Sieg – und danach sah es auch lange aus. Rocky gewann souverän sein zweites Spiel, Christoph tat ihm gleich. Die Mitte sollte ebenfalls zuschlagen. Sollte. Johnny verspielte im entscheidenden Augenblick den Sieg. Im 2. Satz führte er 10:8 und produzierte zwei leichte Fehler, im 5 Satz lag er mit 8:5 vorne und vergab beste Chancen. Und Herbert haderte mit den Netzbällen seines Gegners und dessen passivem Spiel. Die Chance auf einen schnellen Sieg war vertan. Jens hatte zwar wenig Mühe, doch es war vorauszusehen, dass Werner nicht gewinnen konnte. Es kam zum Abschlussdoppel. Und Rocky und Johnny zeigten – na ja, ungefähr die gleiche Leistung des  Startdoppels. Das passt nicht. Und so passte auch der Rückrundenauftakt nicht.

„Als Übung definiere ich“, so der Philosoph Peter Sloterdijk, „jede Operation, durch welche die Qualifikation des Handelnden zur nächsten Ausführung der gleichen Operation erhalten oder verbessert wird.“ Und weiter in einer religionskritischen Betrachtung, in der er den Sport als eine Art Religionsersatz definiert: „Wir sind zur Selbstformung verdammt.”
Ja, so ist das beim Tischtennis. Immer den gleichen Bewegungsablauf trainieren, bis er ganz automatisch, fast im Schlaf sitzt. Und das Spiel immer schön wichtig nehmen, nun ja, aber nicht zu wichtig. Warum schreibe ich das? Weil es über das Spiel gegen den Tabellenletzten nicht viel zu berichten gibt. Schon vor dem Spiel stellten wir uns auf einen flotten Sieg ein, nachdem die Glescher noch ohne Zwei und Drei kamen auf einen noch flotteren. Und so wurde es nur spannend, wenn die Glescher eins, Hosten, an die Platte ging; er konnte seine Spiele offen halten und in einem rasanten Schlagabtausch mit Johnny den Ehrenpunkt ergattern. Alle anderen Spiele waren mehr oder weniger klare Angelegenheiten. Hier log der TTR-Wert nicht, der teilweise Differenzen von über 200 Punkten aufwies. So, nun ist Zeit die müden Knochen zu schonen und Frohgemutes in die Rückrunde zu gehen.


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