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2015
Archive for: Januar

Was so eine kleine Umstellung ausmachen kann. Emrah nach oben, Christoph in die Mitte – und plötzlich fluppt es. Denn Christoph hat das Gewinnen wieder erlernt und Emrah das Verlieren nie kennengelernt. Ach so, fangen wir von vorne an. Wer die Klasse halten will, sollte Türnich-Brüggen hinter sich lassen. Die Kerpener rangieren auf dem vorletzten Platz und gelten als Abstiegsaspiranten. Das wussten wir auch vor einigen Wochen beim Hinspiel, nur da hagelte es eine nicht eingeplante Niederlage. Nach dem letztwöchigen Sieg galt erneut: Heute gewinnen und mit glänzenden Augen in einen sonnigen Abendhimmel schauen. Sprich: Die gröbsten Abstiegsängste wären verflogen. Und diese waren recht schnell verflogen. Denn die Mannschaft war spielerisch nur entfernt verwandt, mit der Truppe vom Hinspiel. Emrah und Werner sowie Christoph und Jörg, die nun Doppel 3 spielen können, überzeugten. Und die Einzel erst recht. Dirk revanchierte sich für die Hinrundenniederlage, Emrah spielte klug und ruhig, Christoph flott, Jörg, wenn es drauf ankam, sehr gut und Werner vom ersten Schlag souverän. Nur Benjamin schwächelte wie im Hinspiel. Kurzum: Es stand 7:2. Mehr als die halbe Miete. Doch das Eintreiben der ganzen Pacht gestaltete sich schwieriger als gedacht. Dirk verlor nach gutem Spiel und plötzlich lagen sowohl Emrah (1:2) und Christoph (0:2) zurück. Sollte das die negative Wende werden? Gemach. Emrah zitterte ein wenig den Sieg nach Hause und Christoph fand gerade noch rechtzeitig den Schlüssel zum Erfolg. Somit sollte die Klasse gehalten sein. Aber: Herr Schlendrian darf nicht das Kommando übernehmen. Ein paar Pünktchen müssen noch her.

Das Spiel gegen Ahe war, ohne den tapferen Bergheimer zu Nahe treten zu wollen, schon vor Anschlag entschieden. Der Gast trat mit drei Spielern Ersatz an, die sonst im unteren Paarkreuz der 3. Kreisklasse spielen. Da konnte nichts schief gehen, das wussten wir, das wusste Ahe. Deswegen fasse ich das Spiel mit einigen berühmten Sportzitaten zusammen, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.

  1. Zum Spieltempo zitiere ich den legendären Sportreporter Werner Hansch: „Nein, liebe Zuschauer, das ist keine Zeitlupe, das ist wirklich so langsam.“
  2. Zum Spielverlauf variiere ich eine Aussage des Meistertrainers Otto Rehagel: „Mal gewinnt man und mal verlieren die Anderen.“
  3. Zum Abend erinnere ich an Francesco Totti, der ungefähr meinte: „Mit Tischtennis ist es wie mit schönen Frauen. Man freut sich auf ein schönes Wochenende und wird maßlos enttäuscht.“

 

Oh Mann! Hätte uns vor dem Spiel jemand gesagt, „Ihr Flachzangen gebt heute einen Punkt gegen Pulheim ab“, hätten wir geantwortet: „Selber Flachzange. Nie und nimmer. Eher wird die Erde wieder eine Scheibe.“ Denn zu stark war das 9:0 der Vorrunde in Erinnerung. So kann man sich täuschen. Wie kam es dazu?

Fangen wir mit den Fakten an: Pulheim spielte mit einer runderneuerten Aufstellung. Vom Vorrundenteam war nur noch das untere Paarkreuz anwesend, wobei die jetzige 6 in der Hinrunde noch oben gespielt hatte. Das hieß: Einerseits wurde die Mannschaft umgewürfelt, andererseits kam ein neues oberes Paarkreuz hinzu, dass aber keine Furcht einflößende TTR-Werte aufwies. Zudem spielten wir mit Ersatz; Werner Trumpa musste ran.

Dennoch: Nach dem Gesetz des TTRs und dem Gesetz der Erfahrung sollte es trotzdem klar reichen. Tat es nicht. Kommen wir also zu den Unwägbarkeiten eines Tischtennisspiels. Die Doppel: Da unsere Mannschaft mit Rocky und Neuzugang Christoph Repplinger ebenfalls umgestellt wurde, mussten wir neu würfeln und das misslang gehörig. Rocky und Johnny harmonierten ebenso wenig wie Christoph und Jens. Das war gar nix. Umso erstaunlicher, dass der einzige Punkt von Herbert und Werner kam. Und damit ist klar, dass Werner überhaupt keine Schuld am Punktverlust trifft; er hatte sein Soll mehr als erfüllt.

Wir lagen 1:2 zurück, wo mindestens ein 2:1, wenn nicht gar 3:0 stehen musste. Alsbald 1:3, denn Christoph verlor nach gewonnenen Satz Faden und Anspannung. Doch dann schien alles seinen erwarteten Gang zu gehen. Rocky hatte nur partiell Mühe, ebenso Herbert und Johnny. Jens mühte sich da schon mehr und zitterte einen 5-Satz-Sieg nach Hause. Werner sah, dass ein 2-Klassen-Unterschied halt einen Unterschied macht. Wir führten 5:4 und hofften auf einen 9:4-Sieg – und danach sah es auch lange aus. Rocky gewann souverän sein zweites Spiel, Christoph tat ihm gleich. Die Mitte sollte ebenfalls zuschlagen. Sollte. Johnny verspielte im entscheidenden Augenblick den Sieg. Im 2. Satz führte er 10:8 und produzierte zwei leichte Fehler, im 5 Satz lag er mit 8:5 vorne und vergab beste Chancen. Und Herbert haderte mit den Netzbällen seines Gegners und dessen passivem Spiel. Die Chance auf einen schnellen Sieg war vertan. Jens hatte zwar wenig Mühe, doch es war vorauszusehen, dass Werner nicht gewinnen konnte. Es kam zum Abschlussdoppel. Und Rocky und Johnny zeigten – na ja, ungefähr die gleiche Leistung des  Startdoppels. Das passt nicht. Und so passte auch der Rückrundenauftakt nicht.