Blog Archive

Home
2014
Archive for: November

Diesmal führte uns das Auswärtsspiel nach Ahe, einem Vorort von Bergheim, das wiederum bekanntlich ein Vorort von Köln ist. Die Bergheimer rangieren im gesicherten Mittelfeld mit leichtem Blick nach unten, was wiederum an deren unteren Paarkreis liegt. Von 1-4 weisen die Jungs gute Bilanzen auf, das untere Paarkreuz beileibe nicht. Wir sollten also mit der nötigen und gewohnten Konzentration das Spiel angehen – und das taten wir. 3:0 Doppel. So kann eine Reise losgehen. Nur Sebastian und Oli eierten ein wenig rum.

Die Doppelbank tat uns gut. Denn oben mussten wir einen Rückschlag hinnehmen. Jens brachte eine 2:1-Satzführung und 7:3-Spielführung im 4. Satz nicht nach Hause und kassierte eine völlig unnötige Niederlage. Während Herbert eine 2:0-Satzführung nicht reichte. Wobei – auch wenn Herbert sehr unzufrieden mit seinem Spiel war – wir ihm zugutehalte müssen, dass sein Gegner stärker und stärker wurde und er dank einer knallharten Vorhand Herberts Blocks umgehen konnte. Nun stand das Spiel für kurze Zeit auf der Kippe. Auch wenn Sebastian sehr überzeugend unseren vierten Punkt ergatterte, waren die nächsten beiden Spiele auf Messers Schneide. Artur spielte gegen einen – insbesondere für ihn – sehr unangenehmen Noppenspieler. Doch er behielt im 4. und 5. Satz die erforderliche Ruhe. Oliver, ja, Oliver spielte, sagen wir mal so, nicht sein allerfeinstes Tischtennis. Da haben wir ihn schon besser gesehen. Zum Glück erinnerte er sich im 5. Satz an seine Fähigkeiten. Werner brauchte diese gegen eine völlig überforderte Gegnerin nicht. Es stand 7:2. Die Messe war, ihr wisst schon. Denn Herbert spielt so sicher wie das Amen in dieser Messe eins zu eins. So auch diesmal. Und Jens fand zwar spät, aber er fand noch den roten Faden seines Spiels und machte nach 1:2-Satzrückstand den Sack dann doch fest zu.

Es ging gegen den verlustpunktfreien Spitzenreiter und dann noch ohne zwei renommierte Kräfte, Herbert und Jens. Eigentlich stellten wir uns auf eine schnelle Geschichte ein, doch es kam anders: Denn zwei Spieler hatten einen Sahnetag, Johnny und Werner. Und dann hatten wir noch unsere Geheimwaffe am Start: Lloyd.

Doch nach einem Sieg sah es zunächst nicht aus: Nach fünf Spielen stand es 1:4. Die Wende kam mit Johnny, der überragend spielte. Als dann Artur, Sebastian und Werner jeweils im 5. Satz in der Verlängerung siegten, wurde Efferen langsam unruhig. Werner holte dabei einen 0:2-Satzrückstand auf; plötzlich kam sein Rückhandschuss und er wurde im Laufe des Spiels auch mit der Vorhand sicher und sicherer. Jetzt führten wir. Wenn auch nur kurz, da Uli gegen Wanoth, der eine überragende Bilanz oben hat, zwar 10:7 im 5. Satz führte, aber den Sack nicht zuschnüren konnte. Besser machte es Lloyd, der in der Verlängerung des 5. Satzes die Nerven behielt. Johnny knallte sich im folgenden Spiel mit einem Alterskollegen die Bälle nur so um die Ohren, erfolgreich. 7:5. Der Sieg war nah. Doch weder Artur noch Sebastian konnten an die Form ihrer ersten Spiele anknüpfen und verloren recht klar.

Also 7:7. Lloyd sagte zu Werner, „du machst das schon“. Einfach gesagt, schwer getan. Denn der junge Gegner hatte fiese Angaben, die Werner nicht behagten. Doch wieder konnte er sich auf seinen Rückhandschuss verlassen und letztendlich tütete er den Sieg recht deutlich ein. Es ging ins Schlussdoppel. Und hier zeigten noch einmal Lloyd und Johnny ihre ganze Kunst.

Juhuh, gegen den Spitzenreiter gewonnen. Anschließend kamen alle Spieler von Efferen zu uns und gratulierten uns zum Sieg. Sie sagten, wir wären heute die bessere Mannschaft gewesen – tolle Geste und Einstellung.

 

17.30 Uhr. Wir kommen an der Halle an. Ein ganzer Parkplatz steht uns zur Verfügung, freie Auswahl. Die Halle. Sauber, fast geleckt. Wo sind die Tags und Graffitis? Wo ist der Schimmel in die Duschen? Und die Toiletten riechen nicht nach Urin. Wie spielen definitiv nicht in Köln. Wir spielen in Habbelrath – und zwar souverän.

Die Habbelrather rangieren am Tabellenende, Abstiegskampf ist angesagt, und so nahmen wir die Favoritenrolle ein, eine Rolle, der wir im Großen und Ganzen gerecht wurden. Im Ganzen, die Doppel: Artur und Herbert sowie Johnny und Sebastian hatten kaum bis keine Probleme, ihre Spiele zu gewinnen. Jens und Werner schon. Den 1. Satz brauchten sie zum Warmwerden, im 2. vergeigten sie eine 10:6-Führung. Die Folge: Nach zwei gewonnenen Sätzen kam es, wie es so häufig kommt, es klappt nichts und das Spiel ist verloren.

Oben trifft Herbert – wie bis jetzt in jedem Spiel – auf einen Gegner, der sich sehr gut auf Herberts Spiel einstellen konnte. Diesmal im Eröffnungseinzel, während Johnny seine Schnelligkeit ausnutze. Es stand 3:2 für uns. Dann 4:3, da Artur nicht konsequent genug spielte und sicherlich etwas überraschend und genauso unnötig verlor. In die Gefahr trudelte Jens nicht; da hätte schon eine Pferdeherde vor Doc Morris kotzen müssen, zu deutlich verlief die Angelegenheit. Ähnliches gilt für das untere Paarkreuz. Wenn wir ganz subjektiv ehrlich sind, waren sowohl Sebastian als auch Werner zu stark für ihre Gegner, auch wenn sie zwischenzeitlich mal den Faden verloren, und einen Satz abgeben mussten. Nervosität kam weder bei den Spielern noch bei den uns positiv gestimmten Zuschauern, also uns, auf. Nun stand es 6:3 und alles verlief in den gewünschten Bahnen. Da machte es auch nichts, dass Johnny gegen einen sehr stark aufspielenden Gegner den Kürzern zog. Herbert wahrte seine 1:1-Bilanz souverän und Jens kam nicht in Verlegenheit gegen einen Spieler, der ihn sehr an gewisse Noppen spielende Trainingspartner erinnerte. Den Schlussschuss setzt Artur. Pflicht erfüllt.

Letztendlich war Pulheim zu stark. So etwas kommt vor, auch wenn es selbstredend schöner gewesen wäre, wenn dies nicht der Fall gewesen wäre. Wenn der halbwegs neutrale Betrachter, okay, auch der parteiische, sich die Spiele so anschaute, könnte er sagen, 5 Siege sind gegen die Pulheimer gar nicht so schlecht. Denn zumindest gegen das mittlere Paarkreuz war jeder Sieg ein Bonus und eine Niederlage kein Malus. Was konkret heißt: Oli und Jörg spielten zweimal ausgezeichnet und sicherten sich so eine ausgeglichene Bilanz. Das war sehr, sehr schönes Tischtennis.

Das gelang leider nicht durch die Bank. Christoph präsentierte sich nur im ersten Spiel in Bestform, die hätte er sich lieber für sein zweites Spiel aufgehoben: Hier wäre ein Sieg dann im Bereich des Möglichen gewesen. So ging er mit zwei Niederlagen vom Tisch. Das gilt auch für Benjamin: In seinem zweiten Einzel war er keinesfalls chancenlos. Im ersten schon. Wir könnten nun die berühmte Hätte-Fahrrad-Kette herausholen, aber das ist müßig.

Ach so, es fehlen noch drei Siege: Die ergatterten ein Doppel, Dirk in seinem ersten Spiel und Emrah, der nie einen Zweifel aufkommen ließ, wer als Sieger von der Platte geht.

 

„Ich glaube nicht daran, dass die Angst vor dem Verlieren so stark antreibt, wie die Lust aufs Gewinnen.“ Ich dachte, ich fange den Spielbericht mal mit einer Weisheit des großen Philosophen Jürgen Klopp an. Schließlich treibt uns die Lust am Gewinnen uns Samstag für Samstag in die Halle, weg von unseren Sofas, um mit ein wenig Kautschuk gegen ein bisschen Zelluloid zu schlagen. Um es kurz zu machen: Unsere Lust wurde befriedigt. Zumindest als Team. Aber auch jeder Einzelne erlebte das wärmende Gefühl eines Sieges, sei es im Einzel, sei es im Doppel, sei es im Einzel und im Doppel.
Gegen Zollstock räumten wir die Doppel einmal komplett ab, um direkt mal das Revier zu markieren; schließlich spielten wir zu Hause. Das war natürlich eine Bank, an der nur kurz gerüttelt wurde. Denn Herbert und Johnny verloren gleich mal ihre beiden Einzel im oberen Paarkreuz. Herbert kam gar nicht gegen den clever spielenden Linkshänder zurecht. Johnny agierte nicht konstant genug. Spannung kam dennoch nur sehr gering dosiert auf. Jens brauchte nur einen Warmmachsatz, Artur deren zwei und Sebastian nur seine formidable Form, um jeweils – schlussendlich – mühelos ihre Spiele zu gewinnen. Es stand 6:2, alsbald 6:3, da Werner – sagen wir mal – nicht sein allerbestes Tischtennis zeigte. Vielleicht lag es aber auch am Gegner. Sowohl Herbert als auch Johnny hatten die Lust am Gewinnen nach den beiden Auftaktniederlagen nicht so recht befriedigt und daher holten sie diese in ihren zweiten Spielen eindrucksvoll nach. Den Schlusspunkt setzte Jens, der mit drei Erfolgen so richtig lustbefriedigt war. Die Premiere mit den neuen Trikots war gelungen. Und Siegen macht Spaß.