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2014
Archive for: März

Was für eine Woche! Erst schwächelt unser Gegner Bergheim am Montag und katapultiert sich aus dem Rennen um den Relegationsplatz. Drei Tage später verabschiedet sich der letzte Aspirant, Berzdorf, mit einer völlig unerwarteten Niederlage, sodass wir schon vor dem Spiel vom zweiten Platz nicht mehr zu verdrängen waren. Das Spiel hatte damit nur noch statischen Wert, ein Spiel für Ehre und Ego, eine nette Samstagabendbeschäftigung, besser als „Wetten, dass …“ mit Markus Lanz allemal. Wer jetzt nun dachte, Bergheim geht die Partie locker an, der sah sich getäuscht. Die Vorstädter traten mit sieben Mann an, um die bestmöglichen Doppelpaarungen an die Platte zu bringen. Ohne Erfolg. Den wir überrumpelten die Jungs. 3:0 nach den Doppeln, wobei Jörg und Jens einen 0:2-Satzrückstand dank neuer Taktik in einen Sieg verwandelten. Die Drittelmiete war eingefahren und wir machten uns daran, die weitere Pacht einzutreiben, indem wir, wenn es knapp wurde, gnadenlos waren (sozusagen russisches Tischtennisinkasso). So brachte Dirk jeden engen Satz nach Hause (sehr zum lautstarken Unwillen seines Gegners). Jens erzitterte sich seinen Sieg im 5. Satz in der Verlängerung. Und Jörg holte seinen 5. Satz mit zehn oder noch mehr Nassen, während sein Gegner gar keinen, wirklich gar keinen Nassen hatte. Die Tischtenniswelt ist manchmal ungerecht (was für uns natürlich in dem Fall kein Schaden war). Da machte es nichts, dass Herbert im 1. Spiel absolut chancenlos war, Rocky, na ja, suboptimal spielte und Christoph anscheinend nicht genau genug bei Jens und Jörg zugeguckt hatte, wie das mit den 5. Sätzen geht. Wir führten 6:3. Und alsbald 8:3. Wie selbst die umliegenden Gemeinden hören konnten, fand Herberts Gegner keine Mittel gegen das Blockspiel (ich sage nur, auch das ist Tischtennis). Und Dirk war sich trotz 2:0-Satzrückstand sicher: Das Spiel gewinne ich (wie er in der Satzpause meinte). Aussitôt dit, aussitôt fait, wie der Franzose sagen würde: gesagt, getan. Jens spielte unstet und verlor, da hatte Rocky schon – nach zwei Katastrophensätzen – den Schalter umgelegt, und den Sieg unter Dach und Fach gebracht. Die Erkenntnis: Wir brauchten überhaupt keine fremde Hilfe, um den 2. Platz zu festigen. Dankbar dafür sind wir trotzdem.

Wenn wir das Bestreben haben, in der Kreisliga zu spielen, dann ist ein Sieg gegen den Tabellenvorletzten BC Efferen selbstredend eine Pflichtaufgabe, eine Unerlässlichkeit. Sollte man denken. Allerdings traten wir ohne vier, fünf und sechs an. Rocky war verletzt, Christoph im Urlaub und Jörg nach OP krankgeschrieben. Kein Problem, denn für uns spielte ja schließlich kein Schnittlauch Ersatz, der sich zum Verzehr abrasieren lässt. Sebastian, Benjamin und Oli sollten durchaus in der Lage sein, ein paar Pünktchen beizutragen. So gingen wir voller Optimismus an die Platte. Und die Doppel rechtfertigten unseren Optimismus. Die wild Zusammengewürfelten holten alle drei Doppel, wobei es Jens und Oli gelang, im 5. Satz einen 1:7-Rückstand in einen 11:8-Sieg zu verwandeln. Es blieb nicht der einzig kuriose Spielverlauf. 3:0; alle stellten sich auf einen kurzen Abend ein.

Doch schon nach den ersten Einzeln merkten wir, das wird zäh. Dirk gewann noch halbwegs sicher sein Einzel, während Herbert eine für viele überraschende Niederlage kassierte. Zweimal zog er in der Verlängerung den Kürzeren. Seine Verlängerung kostete Jens in vollen Zügen aus. Er brauchte 8 Matschbälle, bevor er seinen Sieg mit 19:17 im vierten Satz eintütete. Sebastian hatte seine Tüte zweifelsohne vergessen. Sowohl im vierten als auch im fünften Satz sah er wie der sichere Sieger aus, bevor er taktische Unzugänglichkeiten aufzeigte, die ihm durchaus bewusst waren, er aber nicht abstellen konnte. Man spielt bei 9:9 keine zwei langen Seitschnittangaben in die Vorhand eines jungen, wilden Angreifers, nein, das macht man schlauerweise nicht. Nun gut, so etwas passiert. Was Benjamin dann passierte, sollte aber dann wirklich nicht passieren. Der Sack war weit offen, das Bändchen schon auf dem Silbertablett auf die Platte gelegt, es fehlte nur noch das Schleifchen; es stand 10:6 im fünften Satz für ihn, er war klar besser und bis dahin alles gut. Doch dann befiel ihn eine seltsame Hektik, die in einer blöden Niederlage mündete. Nur noch 5:3. Auch Oli tat sich schwer. Doch er schaffte es, sein Spiel umzustellen und den Schalter auf einen knappen 5-Satz-Sieg zu legen. 6:3, immer noch alles im grünen Bereich, der aber dann langsam auf gelb wechselte.

Dirk nahm sich Benjamin zum Vorbild und verspielte bei 2:1-Satzfürung völlig unverständlich eine 9:5-Führung und Herbert wandelte in den ersten zwei Sätzen traumwandlerisch auf der Verliererstraße, bis er endlich seine Konzentration und Sicherheit wiederfand. Hätte er verloren, na dann. Hätte Jens nicht im fünften Satz wieder sein Spiel und insbesondere seine Angaben wiedergefunden, auch dann, na dann. Doch ‚hätte‘ macht keine Verlierer (genauso wenig wie Gewinner). Es reichte. Nur nicht für Sebastian, der immer noch keine Tüte dabei hatte, wobei man fairerweise sagen muss, dass sein Gegner in den Sätzen vier und fünf ausgezeichnet spielte. Zum Glück war Benjamin von seiner Niederlage nicht traumatisiert und paralysiert. Letztendlich ungefährdet holte er den letzten Punkt. Fazit: ein verdienter, aber auch nicht ganz unglücklicher Sieg. 26 verlorene Sätze zeugen von dem knappen Verlauf. Und wenn es ganz schlecht gelaufen wäre … ach, vergessen wir die Konjunktive. Gewonnen ist gewonnen. Und wir sind weiterhin auf Kurs.

Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein großer Schritt für uns. Dank des Sieges gegen Pesch und der gleichzeitigen Niederlage unseres härtesten Konkurrenten Berzdorf gegen Nippes wird der zweite Platz immer konkreter. Langsam können wir einen Termin im Mai einplanen. Die Relegation ruft. Denn nun können wir uns in den drei ausstehenden Spielen sogar eine Niederlage erlauben.
Dass Pesch nicht zum Stolperstein wurde, lag – neben unserer Klasse natürlich – auch daran, dass den Peschern das obere Paarkreuz fehlte. So konnte die Mannschaft uns nur phasenweise Paroli bieten. Rocky und Oliver merkte man an, dass die beiden noch nie zusammengespielt hatten. Und Herbert war von der Ruhe und Abgeklärtheit seines Gegners Kremers sichtlich überrascht. So kamen die Punkte mal sehr sicher wie bei Rocky, Oliver, Herbert im ersten Spiel und in den Doppeln, mal sicher wie bei Jens in Spiel 1und bei Benjamin oder gerade noch sicher wie bei Jens im zweiten Spiel. Jetzt die Konzentration bewahren und in den zweiten Platz eintüten.

Schwieriger, weitaus schwieriger gestaltete sich das Spiel gegen Frechen. Zum Glück konnten wir wieder auf Herbert zurückgreifen. Denn Frechen ist – zumindest von eins bis drei – ein anderes Kaliber. Wenn es schlecht läuft, gewinnen wir gegen die ersten drei keinen Punkt.
Die Doppel verliefen den Erwartungen entsprechend. Unser Doppel eins, Jens und Werner gewannen, deren Doppel eins gewann, unser Doppel drei gewann. 2:1. Dann kam es wie befürchtet. Herbert konnte sich nur phasenweise gegen das Topspinfeuerwerk seines Gegners Fester zur Wehr setzen, Jens verlor nach großem Kampf im 5. in der Verlängerung (nachdem er einen 3:9-Rückstand aufgeholt hatte) und Christoph konnte auch nicht für eine Überraschung gegen Trabant sorgen. Wie erwartet gewannen unsere Jungs gegen die Frecher vier bis sechs – und zwar ohne Satzverlust. 5:4. Um ein Unentschieden oder zumindest das Abschlussdoppel zu vermeiden, musste oben ein Punkt kommen. Es wurde nicht einer, sondern deren gleich zwei. Herbert hatte gegen Karbig nicht die geringsten Probleme und zu seiner eigenen Überraschung konnte Jens Fester überraschen. Der Halve Hahn war gegessen. Da machte es auch nichts, dass Rocky seine 3. Saisonniederlage gegen Trabant kassierte. Denn es war klar, ab jetzt kommen die Punkte so sicher wie die Kakerlaken im Dschungelcamp oder das Amen in der Kirche. Christoph machte den Anfang, Jörg vollendete. Werner hätte nachlegen können.

Sollte es etwa eng werden, denn schließlich mussten wir ohne oberes Paarkreuz im Nachholspiel gegen Sürth ran? Sollte gegen den Tabellenletzten der 2. Platz verspielt werden? Solche Fragen geisterten durch die Runde. Fragen, sinnlos wie die Prohibition zu Karneval. Denn auch ohne Dirk und Herbert offenbarte sich ein exorbitanter Klassenunterschied. Die größten Schwierigkeiten bereitete die Hallentemperatur, die an einen Nachmittag in der Claudius Therme erinnerte. Das war kein Spaß. Sonst kam nur Jens in Schwulitäten, der mit taktischem Geschick und einer großen Portion Glück eine Niederlage abwenden konnte. Die Sürther Mannschaft ist fast zu bedauern.